„Gute Ideen bringen uns voran“

Innovative Ideen und Technologien sind für den Volkswagen Konzern die Grundlage für Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg. Ein Blick in den Arbeitsalltag des Vorstandsvorsitzenden von Europas größtem Autobauer, Prof. Dr. Martin Winterkorn, zeigt: „Driving ideas“ bestimmen das Denken und Handeln im Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um das technologisch Machbare. Denn wirklich gut ist eine Innovation nur dann, wenn sie echten Mehrwert für die Kunden bringt und im Einklang mit der Umwelt realisiert werden kann.
Prof. Dr. Martin Winterkorn (Foto)
„Wir haben das Zeug dazu, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, weil wir mit starken Marken und den richtigen Fahrzeugen weltweit präsent sind.“ (Zitat)

DEZEMBER 2008 Dresden, Messehalle 1, sechs Tage vor Weihnachten: In einem weißen Golf VI ist Martin Winterkorn auf die Bühne gerollt und steht nun inmitten von 1.800 Führungskräften, die von den weltweiten Volkswagen Standorten angereist sind, um mit dem Vorstand über die Zukunft des Unternehmens zu diskutieren. Es ist einer von Winterkorns letzten großen Terminen in einem turbulenten Jahr. Gleich im ersten kurzen Gespräch mit dem Moderator fasst er die aktuelle Situation zusammen und beschönigt dabei nichts: „Unsere Branche steckt mitten in der tiefsten Krise, die ich persönlich in 30 Jahren Autoindustrie erlebt habe. Vor uns liegt ein brutales Jahr.“ Die Kosten müssen gedrückt, die Prozesse gestrafft werden. „‚Nice to have‘ wird es nicht mehr geben“, kündigt er an und gibt damit den Ton des Führungskräftetreffens vor.

Und dennoch gelingt es ihm, in der Dresdner Messehalle Aufbruchstimmung zu erzeugen, dieses „Jetzt erst recht“-Gefühl. Würde der Vorstandsvorsitzende auf der Bühne jetzt sein dunkelblaues Jackett ablegen – niemand würde sich wundern, wenn darunter hochgekrempelte Ärmel zum Vorschein kämen. Am Ende dieses Tages wird Winterkorn der Mannschaft zurufen: „Packen wir’s an.“ Und jeder der anwesenden Manager nimmt es ihm ab, weil er dabei authentisch wirkt.

Winterkorns Entschlossenheit zeigt sich auch daran, dass er „ohne Wenn und Aber“ an der Strategie festhält, die für den Zeitraum bis zum Jahr 2018 definiert und im Jahr zuvor am selben Ort auf den Weg gebracht wurde: „Unsere Ziele bleiben unverändert“ – und damit auch unverändert ambitioniert: Bis 2018 soll der Konzern bei Absatz, Ertrag, Qualität und Image als Arbeitgeber die Nummer eins weltweit sein. „Wir haben das Zeug dazu, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, weil wir mit starken Marken und den richtigen Fahrzeugen weltweit präsent sind“, so der Vorstandsvorsitzende überzeugt.

Links: Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Mitarbeitern bei Volkswagen do Brasil in Anchieta. Rechts: Design Center Wolfsburg. Konzernchefdesigner Walter de Silva beschreibt seine Design-Philosophie. (Foto)

Links: Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Mitarbeitern bei Volkswagen do Brasil in Anchieta. Gemeinsam mit Martin Winterkorn eröffnet sie dort das neue „Virtual Reality Centre“, das erste Entwicklungszentrum seiner Art in Südamerika.


Rechts: Design Center Wolfsburg: Konzernchefdesigner Walter De Silva beschreibt seine Designphilosophie – „Einfachheit und Charakter, Ästhetik und Präzision – das sind die Volkswagen Gene.“

FRÜHJAHR 2008 Winterkorn verbringt in diesen Tagen viel Zeit im Design Center auf dem Wolfsburger Werkgelände. Es ist das kreative Herz des Unternehmens, in dem Chefdesigner Walter De Silva den Konzernmarken ihr unverwechselbares Gesicht gibt. Der deutsche Ingenieur und der italienische Vollblutdesigner verstehen sich gut; schon bei Audi bildeten sie ein erfolgreiches Gespann. Und jetzt wieder bei Fahrzeugen wie dem Golf VI, dessen Präsentation in wenigen Monaten bevorsteht. Sie diskutieren intensiv in einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Italienisch – sprechen aber eine gemeinsame Sprache, wenn es um das Design der neuen „Ikone von Volkswagen“ geht. „Diese schnörkellose, klare und präzise Designsprache macht uns so schnell keiner nach“, so Winterkorn über das „zukünftige Gesicht der Marke Volkswagen“. „Einfachheit und Charakter, Ästhetik und Präzision – das sind die Volkswagen Gene“, weiß De Silva, der den neuen Golf als sein „Schriftzeichen für Volkswagen“ bezeichnet. Wenige Monate später, bei der Vorstellung des Fahrzeugs in Island, geben ihm die Medienvertreter aus aller Welt recht. „Zeitlose Designkunst“, urteilt die „Auto Zeitung“, und „Auto Bild“ schreibt: „Frischer, technischer und begehrenswerter als sein Vorgänger“.

MITTE MAI 2008 Ein anderes Modell – passgenau auf seinen Markt Südamerika zugeschnitten und dort millionenfach verkauft – ist der Gol. Zur Vorstellung der fünften Generation des Gol, der seit 1983 in Brasilien gebaut wird, kommt im Juni 2008 der brasilianische Staatspräsident nach São Paulo. Wenige Wochen zuvor treffen sich dort auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Martin Winterkorn zur Einweihung des „Virtual Reality Center“, des ersten Entwicklungszentrums dieser Art in Südamerika. Die promovierte Physikerin und der Metallkundler tauschen sich intensiv über den Einsatz von 3-D-Technologien in der Automobilentwicklung aus. „Dieses Zentrum ist eine Investition in den Zukunftsmarkt Südamerika und ein neues Kapitel in der brasilianisch-deutschen Erfolgsgeschichte von Volkswagen“, so Winterkorn. Wenig später spricht er bei mehreren Betriebsversammlungen mit den Belegschaften der brasilianischen Werke. Das wissen die Arbeiter zu schätzen – nie zuvor hat sich ein Vorstandsvorsitzender so viel Zeit für sie genommen. Als Winterkorn die Gemeinsamkeiten der Länder hervorhebt – „wir sind beide leidenschaftliche Automobilnationen, und wir sind beide starke Fußballnationen“ – ist der Beifall besonders herzlich.

„Diese schnörkellose, klare und präzise Designsprache macht uns so schnell keiner nach.“ (Zitat)

ENDE MAI 2008 Zwei Wochen später streift die Nummer eins des Volkswagen Konzerns selbst das Trikot über – als Torwart beim Benefizspiel des Promiteams „Wolfsburg United“ gegen Ex-Profis wie Weltmeister Guido Buchwald und Fredi Bobic. In der Volkswagen Arena muss der Fußballfan Winterkorn, der heute kaum ein Heimspiel des VfL Wolfsburg auslässt, eine Niederlage mit neun Gegentreffern hinnehmen. Doch die 8.500 Zuschauer fühlen sich gut unterhalten und zeigen sich entsprechend spendabel: Während des Spiels sammeln Helfer für Straßenkinderprojekte in Südafrika und Mexiko 117.000 Euro. „Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung gehören für uns zusammen“, erläutert Winterkorn nach dem Spiel. „Volkswagen will ein guter, ehrlicher und verlässlicher Partner für die Menschen sein.“ Auch für solche, die vielleicht nie in der Lage sein werden, sich einen Volkswagen leisten zu können.

Links: Für ein Benefizspiel schnürt der Vorstandsvorsitzende persönlich die Fußballschuhe. Rechts: Prüfgelände Ehra Lessien. Mitarbeiter der Konzernforschung informieren den Vorstand über neue Fahrzeugbauteile, Werkstoffe und Konzepte. (Foto)

Links: Für ein Benefizspiel schnürt der Vorstandsvorsitzende persönlich die Fußballschuhe – und kickt in der Volkswagen Arena. Die Erlöse des Spiels gehen an Straßenkinderprojekte in Südafrika und Mexiko.


Rechts: Prüfgelände Ehra-Lessien: Mitarbeiter der Konzernforschung informieren den Vorstand über neue Fahrzeugbauteile, Werkstoffe und Konzepte. Das Schlüsselthema: Ökologie.

„Volkswagen will ein guter, ehrlicher und verlässlicher Partner für die Menschen sein.“ (Zitat)

MITTE JUNI 2008 Noch größer als Winterkorns Leidenschaft für Fußball ist seine Begeisterung für Autos. Das zeigt sich auch bei der Forschungsfahrt 2008 auf dem Volkswagen Testgelände in Ehra-Lessien bei Wolfsburg. Auf dem Rundkurs präsentieren Mitarbeiter der Konzernforschung jedes Jahr ihre Ideen für das Auto von morgen – und der Vorstandsvorsitzende ist neugierig, fragt bis ins Detail nach. „Die Forschung und Entwicklung, in die wir jährlich rund fünf Milliarden Euro investieren, ist für mich Herz und Hirn des Konzerns. Hier wird aus futuristischen Ideen Mehrwert für unsere Kunden“, sagt Winterkorn. Die Innovationskraft des Konzerns zeigt sich in visionären Sicherheitsfeatures wie der pyrotechnisch gezündeten Bremse, der „PyroBrake“. Aber auch in wegweisenden Fahrassistenzsystemen, wie der adaptiven Fahrwerksregelung im Passat CC oder in der automatischen Distanzregelung ACC, die jetzt auch im neuen Golf für mehr Sicherheit und Komfort sorgt.

Doch im Zentrum der Forschung steht das Thema Ökologie. Dabei verfolgt der Konzern eine Doppelstrategie: einerseits durch Optimierung des Verbrennungsmotors und Downsizing auch bei SUVs und großen Limousinen, in denen zukünftig auch hochaufgeladene Vierzylinder-Motoren zum Einsatz kommen. Zum anderen arbeitet Volkswagen an alternativen Antriebstechnologien, vor allem für die „New Small Family“, das strategisch wichtigste Fahrzeugprojekt des Konzerns. „Ganz klar, dem Elektroantrieb gehört die Zukunft“, ist Winterkorn überzeugt, „aber bis dahin sind noch viele Aufgaben zu lösen: Der größte Knackpunkt ist die Batterietechnologie.“ Aber auch bei anderen Zukunftsthemen, wie der Leichtbautechnologie, Gasfahrzeugen oder Biokraftstoffen der zweiten Generation, müsse der Volkswagen Konzern Innovationsmotor sein, so Winterkorns Anspruch. Keine Frage: Der Vorstandschef drückt mächtig aufs Gas. Für Entwickler sind es herausfordernde Zeiten – aber auch gute Zeiten.

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