28 Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich 2008 im Volkswagen Konzern auf insgesamt 966 Mio. € (Vorjahr angepasst: 853 Mio. €). Davon wurden in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung Beiträge in Höhe von 804 Mio. € (Vorjahr: 746 Mio. €) geleistet.

Überwiegend basieren die Altersversorgungssysteme auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Bei allen Leistungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen erforderlich. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends (zum Beispiel Einkommens-, Rentenerhöhungen, Zinssatzänderungen) gegenüber den Rechnungsannahmen. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste verrechnen wir erfolgsneutral mit den Rücklagen.

Wegen ihres Versorgungscharakters werden insbesondere die Verpflichtungen der US-amerikanischen Konzerngesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen ausgewiesen. Für diese pensionsähnlichen Verpflichtungen wird die erwartete langfristige Kostenentwicklung der Krankheitskosten berücksichtigt. Die Erhöhung oder Verminderung der angenommenen Kostentrends im Bereich der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt wirkt sich nur geringfügig auf die Höhe der Verpflichtungen aus. Im Geschäftsjahr 2008 wurden 17 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) als Aufwand für Krankheitskosten erfasst. Der zugehörige Bilanzwert zum 31. Dezember 2008 beträgt damit 174 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €).

Die betriebliche Altersversorgung im Volkswagen Konzern beruht seit 1996 in Deutschland auf einer Rentenbausteinzusage, die nach IAS 19 als leistungsorientierte Zusage eingestuft wird. Seit dem 1. Januar 2001 ist dieses Modell zu einem Pensionsfonds weiterentwickelt worden. Dabei wird der jährliche vergütungsabhängige Versorgungsaufwand treuhänderisch durch den Volkswagen Pension Trust e.V. in Fonds angelegt. Dieses Modell bietet durch die Fondsanlage die Chance zu einer Steigerung der Versorgungsansprüche und sichert diese zusätzlich vollständig ab. Aus diesem Grund haben sich inzwischen fast alle inländischen Konzerngesellschaften hieran beteiligt. Da die treuhänderisch verwalteten Fondsanteile die Voraussetzungen von IAS 19 als Vermögenswerte (Plan Assets) erfüllen, ist insoweit eine Verrechnung mit den Rückstellungen erfolgt.

Soweit bei den ausländischen Konzerngesellschaften eine Absicherung vorgenommen wird, beruht diese im Wesentlichen auf Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien. Darunter befinden sich keine von Gesellschaften des Volkswagen Konzerns emittierten Finanzinstrumente und kein von Konzerngesellschaften genutztes Investment Property.

Folgende Beträge wurden für leistungsorientierte Zusagen in der Bilanz erfasst:

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Mio. €

 

31.12.2008

 

31.12.2007

 

31.12.2006

 

31.12.2005

 

31.12.2004

Barwert der extern finanzierten Verpflichtungen

 

3.240

 

3.330

 

3.235

 

2.959

 

2.455

Fair Value des Planvermögens

 

3.153

 

3.422

 

3.159

 

2.690

 

2.068

Finanzierungsstatus (Saldo)

 

87

 

–92

 

76

 

269

 

387

Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen

 

12.743

 

12.532

 

13.652

 

13.618

 

12.169

Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

22

 

31

 

23

 

39

 

–31

Aufgrund der Begrenzung von IAS 19 nicht als Vermögenswert bilanzierter Betrag

 

34

 

31

 

42

 

47

 

33

Bilanzwerte

 

12.886

 

12.502

 

13.793

 

13.973

 

12.558

davon Pensionsrückstellungen

 

12.955

 

12.603

 

13.854

 

14.003

 

12.633

davon Sonstige Vermögenswerte

 

69

 

101

 

61

 

30

 

75


Der Barwert der Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:

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Mio. €

 

2008

 

2007

Barwert der Verpflichtungen am 01.01.

 

15.862

 

16.887

Laufender Dienstzeitaufwand

 

324

 

336

Aufzinsung der Verpflichtung

 

884

 

796

Versicherungsmathematische Gewinne

 

–687

 

–1.522

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

17

 

12

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen

 

576

 

540

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

121

 

97

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

17

 

10

Verluste/Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

1

 

–25

Konsolidierungskreisänderungen

 

485

 

37

Sonstige Veränderungen

 

17

 

56

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

–240

 

–88

Barwert der Verpflichtungen am 31.12.

 

15.983

 

15.862


Die Entwicklung des Planvermögens ist aus folgender Tabelle ersichtlich:

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Mio. €

 

2008

 

2007

Fair Value des Planvermögens am 01.01.

 

3.422

 

3.159

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

215

 

217

Versicherungsmathematische Verluste

 

–473

 

–95

Arbeitgeberbeiträge an den Fonds

 

277

 

281

Arbeitnehmerbeiträge an den Fonds

 

12

 

12

Rentenzahlungen aus dem Fonds

 

121

 

97

Konsolidierungskreisänderungen

 

120

 

2

Sonstige Veränderungen

 

–4

 

37

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

–295

 

–94

Fair Value des Planvermögens am 31.12.

 

3.153

 

3.422


Aus der Anlage der Planvermögen zur Deckung der zukünftigen Pensionsverpflichtungen ergaben sich Verluste in Höhe von –258 Mio. € (Vorjahr: Erträge 122 Mio. €).

Die langfristig erwartete Verzinsung der Fondsvermögen basiert auf den tatsächlichen langfristig erzielten Erträgen des Portfolios, auf den historischen Gesamtmarktrenditen und einer Prognose über die voraussichtlichen Renditen der in den Portfolios enthaltenen Wertpapiergattungen. Die Prognosen beruhen auf detaillierten Analysen, die von Versicherungsmathematikern und Experten der Investmentbranche durchgeführt werden. Da die erwartete restliche Dienstzeit als Anlagehorizont dient, wurde die Annahme über die erwartete Verzinsung im Wesentlichen nicht verändert.

Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Fondsvermögen voraussichtlich auf 237 Mio. € belaufen.

Das Fondsvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

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%

 

2008

 

2007

Aktien

 

20,1

 

35,6

Festverzinsliche Wertpapiere

 

54,8

 

52,4

Kasse

 

18,7

 

5,0

Immobilien

 

2,5

 

3,1

Sonstiges

 

3,9

 

3,9


Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

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Mio. €

 

2008

 

2007

Laufender Dienstzeitaufwand

 

324

 

336

Aufzinsung der Verpflichtung

 

884

 

796

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

215

 

217

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

 

17

 

10

Verluste/Gewinne aus Plankürzung und -abgeltung

 

2

 

–25

Verluste/Gewinne aus der Anwendung der Begrenzung des IAS 19,58 (b)

 

14

 

–8

Saldo der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Aufwendungen und Erträge

 

1.026

 

892

Die obigen Beträge sind grundsätzlich in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten; die Aufzinsung der Verpflichtung und die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden in den Finanzierungsaufwendungen (Anhangangabe 8) ausgewiesen.


Die in der Bilanz erfasste Nettoschuld hat sich wie folgt verändert:

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Mio. €

 

2008

 

2007

Bilanzwerte am 01.01.

 

12.502

 

13.793

Konsolidierungskreisänderungen

 

365

 

35

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Nettoaufwand

 

1.026

 

892

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen
und Beiträge an den Fonds

 

848

 

821

Versicherungsmathematische Gewinne

 

–214

 

–1.427

Sonstige Veränderungen

 

9

 

30

Währungsunterschiede aus Plänen im Ausland

 

46

 

0

Bilanzwerte am 31.12.

 

12.886

 

12.502


Die erfahrungsbedingten Anpassungen, also die Abweichungen zwischen der gemäß den versicherungsmathematischen Annahmen erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung der Verpflichtungen und Vermögenswerte, können folgender Tabelle entnommen werden:

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2008

 

2007

 

2006

 

2005

 

2004

Unterschiede zwischen erwartetem und tatsächlichem Verlauf:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in % des Barwerts der Verpflichtung

 

–1,04

 

–0,48

 

0,03

 

0,25

 

2,63

in % des Fair Value des Planvermögens

 

–10,47

 

–2,44

 

2,57

 

2,12

 

–0,27


Der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurden die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

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Deutschland

 

Ausland

%

 

2008

 

2007

 

2008

 

2007

Abzinsungssatz zum 31.12.

 

5,75

 

5,50

 

2,00 – 9,00

 

2,00 – 9,00

Erwartete Erträge aus Planvermögen

 

5,00

 

5,00

 

2,00 – 11,30

 

2,00 – 9,80

Entgelttrend

 

2,50

 

2,50

 

1,50 – 10,00

 

2,00 – 7,60

Rententrend

 

1,00 – 1,60

 

1,00 – 1,60

 

0,80 – 5,25

 

2,20 – 5,25

Fluktuationsrate

 

0,75 – 1,20

 

0,75 – 1,40

 

1,50 – 5,75

 

3,00 – 5,25

Jährlicher Anstieg der Kosten für Gesundheitsfürsorge

 

 

 

4,50 – 7,25

 

4,50 – 7,75

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