Finanzielle Situation

Finanzielle Situation und Zahlungsmittelbestand des Konzerns

Die Finanzlage des Volkswagen Konzerns war im Geschäftsjahr 2008 durch die hohe Investitionstätigkeit und den Erwerb der Scania-Anteile geprägt. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns und stellen danach die operativen Ursachen nach Konzernbereichen dar.

Im Berichtsjahr erzielte der Volkswagen Konzern einen Brutto-Cash-flow in Höhe von 14,0 (14,7) Mrd. €.

Nachdem im Vorjahr noch ein Mittelzufluss von 1,0 Mrd. € im Working Capital verzeichnet werden konnte, ergab sich im Geschäftsjahr 2008 ein Mittelabfluss in Höhe von 3,2 Mrd. €. In der Folge ging der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft auf 10,8 (15,7) Mrd. € zurück.

Die Investitionstätigkeit war mit 19,7 Mrd. € um 46,3 % höher als im Vorjahr und trug dazu bei, dass der Netto-Cash-flow um 11,1 Mrd. € auf –8,9 Mrd. € zurückging.

Der Zahlungsmittelbestand des Volkswagen Konzerns zum 31. Dezember 2008 belief sich auf 9,4 (9,9) Mrd. €. Mit 17,3 Mrd. € war die Brutto-Liquidität um 1,8 Mrd. € niedriger als ein Jahr zuvor. Die Netto-Liquidität des Konzerns verringerte sich um 13,3 Mrd. € auf –52,2 Mrd. €.

Finanzielle Situation im Automobilbereich

Vor allem aufgrund höherer Ertragsteuerzahlungen konnte der Brutto-Cash-flow des Automobilbereichs im Berichtsjahr mit 11,1 (11,9) Mrd. € das hohe Vorjahresniveau nicht erreichen. Im Working Capital kam es – nach einer Mittelfreisetzung in den Vorjahren – zu einer Mittelbindung von 2,3 Mrd. €, die im Wesentlichen auf höhere Forderungen und Vorräte infolge der schwierigen Marktsituation zurückzuführen war. Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft verringerte sich daher um 35,9 % auf 8,8 Mrd. €.

Im Berichtszeitraum waren die Sachinvestitionen des Automobilbereichs mit 6,8 Mrd. € um 48,5 % höher als im Vorjahr. Die Sachinvestitionsquote lag mit 6,6 (4,6) % am oberen Rand unserer Erwartungen. Die Investitionen flossen vor allem in die neuen Fertigungsstandorte sowie in Modelle, die wir in den Jahren 2008 und 2009 in den Markt eingeführt haben beziehungsweise noch einführen werden. Im Wesentlichen sind dies der neue Audi Q5 sowie die Nachfolger des Polo, Gol, Golf, Audi A4, Škoda Superb, SEAT Ibiza und Multivan/Transporter. Die aktivierten Entwicklungskosten fielen aufgrund der Vielzahl neuer Produkte mit 2,2 Mrd. € deutlich höher aus als 2007. Zusätzlich führte der Erwerb weiterer Anteile an Scania dazu, dass der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit mit insgesamt 11,5 Mrd. € um 4,9 Mrd. € höher war als im Vorjahr. In der Folge verringerte sich der Netto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile um 9,8 Mrd. € auf –2,7 Mrd. €. Bereinigt um die Einbeziehung von Scania wäre der Netto-Cash-flow leicht positiv.

In der Finanzierungstätigkeit des Automobilbereichs ergab sich nach dem Mittelabfluss des Vorjahres ein Zufluss von 0,9 Mrd.€. Die Zahlungsmittel gingen insgesamt um 1,3 Mrd. € zurück; am 31. Dezember 2008 belief sich der Zahlungsmittelbestand auf 7,6 (8,9) Mrd. €. Mit 8,0 (13,5) Mrd. € lag die Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile zum 31. Dezember 2008 weiter auf hohem Niveau.

Finanzielle Situation im Finanzdienstleistungsbereich

Mit 2,9 Mrd. € lag der Brutto-Cash-flow des Finanzdienstleistungsbereichs im Berichtsjahr leicht über dem Niveau des Vorjahres. Vor allem der verstärkte Abbau von Verbindlichkeiten führte im Working Capital zu einer Mittelbindung von 0,9 (0,8) Mrd. €. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts stieg aufgrund höherer Forderungen aus Kunden- und Händlerfinanzierung auf 8,3 (6,9) Mrd. €. Zusätzliche übrige Finanzschulden infolge des wachsenden Geschäftsvolumens ließen die Finanzierungstätigkeit auf 7,2 (5,0) Mrd. € anwachsen. Am Ende des Berichtszeitraums betrug der Zahlungsmittelbestand 1,8 Mrd. €. Unter Berücksichtigung der Wertpapiere und Darlehensforderungen belief sich die Brutto-Liquidität des Finanzdienstleistungsbereichs auf 4,0 (3,1) Mrd. €. Der Kreditstand lag bei 64,3 (55,5) Mrd. €; der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Geschäftsausweitung und die Einbeziehung von Scania zurückzuführen. Damit erhöhte sich die branchenüblich negative Netto-Liquidität des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen um –7,9 Mrd. € auf –60,3 Mrd. €.

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