Nachfrageabhängige Risiken

Nachfrageabhängige Produktionsrisiken

Die Rezession der Weltwirtschaft, die sich im dritten und vierten Quartal 2008 abgezeichnet hat, sowie die damit verbundenen Veränderungen in der weltweiten Pkw-Nachfrage zogen Stückzahlschwankungen in der Produktion einzelner Fahrzeugmodelle nach sich. Auch für 2009 erwarten wir keine wesentliche Veränderung der Situation. Außerdem führen Veränderungen in der Nachfrage von speziellen Ausstattungsmerkmalen beziehungsweise Komponenten zu einem erhöhten Risiko von Lieferengpässen. Diesem Risiko begegnen wir mit der flexiblen Belegung unserer Fahrzeug- und Komponentenwerke, in erster Linie mithilfe des Drehscheibenkonzepts, sowie der zeitnahen Unterstützung externer Lieferanten. Flexible Arbeitszeitmodelle bieten weitere Möglichkeiten, die Produktion an den aktuellen Marktbedarf anzupassen.

Risiken aus Nachfrageveränderungen

Das Nachfrageverhalten der Konsumenten ist nicht nur von realen Einflussgrößen wie dem verfügbaren Einkommen, sondern auch in hohem Maße von nicht planbaren psychologischen Faktoren abhängig. Gestiegene Kraftstoffpreise, verbunden mit der Unsicherheit über die künftige Besteuerung von CO2-Emissionen können zu einer unerwarteten Kaufzurückhaltung führen, die Medienberichte möglicherweise noch verschärfen. Die aktuelle Finanzkrise hat ebenfalls deutliche Auswirkungen auf die globale wirtschaftliche Entwicklung und damit auf die gesamte Automobilindustrie. Mit einiger Verzögerung sind inzwischen weltweit alle Automobilmärkte in eine zum Teil dramatische Abwärtsentwicklung eingetreten, von der auch der Volkswagen Konzern betroffen ist. Dies gilt insbesondere in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Westeuropa, in denen aufgrund einer verlängerten Haltedauer der Fahrzeuge ein deutlicher Rückgang der Nachfrage eingetreten ist. Mit unseren attraktiven neuen Modellen und unserer intensiven Kundenorientierung versuchen wir, dieser Kaufzurückhaltung entgegenzuwirken. Die mögliche Dauer und Tragweite der Krise ist zum heutigen Zeitpunkt jedoch noch nicht absehbar, zumal in einigen Ländern mit staatlichen Förderungsmaßnahmen (zum Beispiel Umweltprämie) zu rechnen ist, die die Automobilnachfrage positiv beeinflussen werden.

Die Verabschiedung einer CO2-basierten Kraftfahrzeugsteuer in den europäischen Ländern und wieder ansteigende Ölpreise können darüber hinaus dazu führen, dass sich die Nachfrage in Richtung kleinerer Segmente und kleinerer Motoren verschiebt und sich dadurch das finanzielle Ergebnis für den Konzern verschlechtert.

Diesen Risiken wirken wir mit der Entwicklung verbrauchsgünstiger Fahrzeuge und alternativer Kraftstoffe im Rahmen unserer Kraftstoff- und Antriebsstrategie entgegen.

In den stark wachsenden Märkten in Asien und Osteuropa können außerdem Risiken durch staatliche Eingriffe entstehen, die den privaten Verbrauch durch restriktive Kreditvergaben oder Steuererhöhungen beeinträchtigen.

Abhängigkeit vom Großkundengeschäft

Im Geschäftsjahr 2008 ist der Anteil der gewerblichen Großkunden an den Gesamtzulassungen auf 12 % angestiegen. Dabei konnte der Marktanteil leicht auf 44,7 % gesteigert werden. Mit seiner geringeren Abhängigkeit von konjunkturellen Rahmenbedingungen unterstützte das Großkundengeschäft die Stabilisierung des Geschäfts in Deutschland. Insbesondere die ganzjährige Verfügbarkeit des Golf Variant, die Einführung des neuen Golf und des Audi A4 Avant als wesentliche Flottenfahrzeuge sind dabei hervorzuheben.

Nach wie vor ist das Großkundengeschäft durch eine zunehmende Konzentration und Internationalisierung gekennzeichnet. Aufgrund seines umfassenden Produktangebots und der zielgruppenorientierten Kundenbetreuung konnte der Volkswagen Konzern die Marktführerschaft in Europa ausbauen. Der Marktanteil betrug 2008 in den fünf großen europäischen Märkten rund 24,0 (23,8) %. Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden besteht nicht.

Die CO2-Thematik könnte bei kostenorientierten Flottenbetreibern aufgrund der kürzeren Haltedauer der Flotten zu einem überproportionalen Effekt im Großkundengeschäft führen. Ein Trend zum Downsizing ist analog dem Privatkundengeschäft zu verzeichnen.

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