Umweltschutzrechtliche Auflagen

Zum 1. Juli 2002 wurde durch das Altfahrzeuggesetz die europäische Richtlinie für Altfahrzeuge in deutsches Recht umgesetzt. Das Gesetz garantiert die kostenlose Entsorgung von Altfahrzeugen über die von den Herstellern und Importeuren benannten Rücknahmestellen. Zunächst betraf dies nur die ab Inkrafttreten des Gesetzes in Verkehr gebrachten Fahrzeuge; seit Januar 2007 gilt die kostenlose Entsorgung von Altfahrzeugen für den gesamten Altfahrzeugbestand. Die Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die Altfahrzeugrücknahme können wir gegenwärtig noch nicht endgültig abschätzen. Eine eindeutige Aussage zur voraussichtlichen finanziellen Belastung des Volkswagen Konzerns in einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu treffen ist deshalb noch nicht abschließend möglich. Die bestehenden Rückstellungen haben wir überprüft. Darüber hinaus bieten unsere Konzepte und Kooperationen zur Altfahrzeugentsorgung die Möglichkeit, dieses Risiko zu beherrschen.

Im Bereich der Abgasgesetzgebung wurden umfangreiche Verschärfungen der EU-Emissionsgesetzgebung beschlossen, die vorrangig die Dieseltechnologie betreffen. Bezüglich leichter und mittlerer Pkw werden diese aber über Weiterentwicklungen und Optimierungen der heutigen Technologie aufgefangen. Bei den schweren Pkw ist nach derzeitigem Entwicklungsstand die Einführung einer Stickoxidnachbehandlung erforderlich. Die Kostendifferenz zum Ottomotor wird weiter steigen. Künftig werden Otto- und Dieselmotor sich auch unter dem Gesichtspunkt der Beimischungspflicht von Biokraftstoffen neu positionieren müssen, da die Dieselpartikelfilter-Technologie keine deutlich erhöhte Beimischung erlaubt.

Die G8-Staaten streben an, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50 % zu reduzieren, um die Klimaerwärmung auf ein beherrschbares Maß einzudämmen. Den Analysen der Internationalen Energieagentur sowie des UN-Klimabeirats (IPCC) zufolge ist dieses Ziel nur durch eine Minderung von Treibhausgasemissionen in allen Sektoren – Energieerzeugung, Industrie, Haushalte, Landwirtschaft und Verkehr – zu erreichen. Entsprechende politische Regulierungen wurden in verschiedenen Ländern zum Teil schon auf den Weg gebracht. Es ist zu erwarten, dass diese in Zukunft weltweit noch deutlich verschärft werden. Volkswagen ist davon sowohl mit seinen Produktionsstätten als auch mit seinen Produkten betroffen, erstere insbesondere über Vorgaben zur Energieeffizienz, eine Verteuerung von Energie im Allgemeinen und über das Instrument des Treibhausgas-Emissionshandels. Bei dem Treibhausgas-Emissionshandel wird eine begrenzte Menge an Emissionszertifikaten an Unternehmen ausgegeben, die diese in ausreichender Menge vorweisen müssen, wenn sie CO2-Emissionen verursachen. Volkswagen ist mit seinen Heizhäusern und Kraftwerken seit 2005 an dem entsprechenden System der EU direkt beteiligt. Die aktuelle zweite Handelsperiode läuft 2012 aus. Für die dann folgende dritte Handelsperiode hat die EU wesentliche Veränderungen beschlossen. Insbesondere werden Emissionszertifikate nicht mehr wie bisher größtenteils kostenlos zugeteilt, sondern sie sollen verstärkt im Rahmen eines Auktionierungsverfahrens veräußert werden. Des Weiteren wurde der Geltungsbereich deutlich erweitert, sodass mehr Standorte als bisher in das Handelssystem einbezogen werden. Neben höheren Kosten für die selbst erzeugte Energie wird in naher Zukunft auch ein stark erhöhter Verwaltungs- und Überwachungsaufwand zu bewältigen sein. Höhere Preise für Energie und Emissionsberechtigungen gelten dabei nicht nur für die eigenen Anlagen, sondern führen auch zu einer Verteuerung von Materialien, insbesondere von Stahl und Aluminium. Den möglichen finanziellen Folgen und Imagerisiken wird bei Volkswagen mit einem Energiemanagement-System und mit Energiesparprogrammen entgegengewirkt. Außerdem betreibt Volkswagen eigene, hocheffiziente Kraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme und kann seine Energieversorgung dadurch zum Teil selbst sicherstellen.

Die europäische Regulierung zur Begrenzung der CO2-Emissionen von Pkw gehört zu den ersten produktbezogenen CO2-Vorschriften in der EU für den Zeitraum 2012 bis 2020. Damit ist diese Regulierung für die künftige Entwicklung der Klimagasemissionen in der EU einerseits und für die wirtschaftlichen und technologischen Rückwirkungen auf Fahrzeughersteller, Zulieferer und die europäische Volkswirtschaft andererseits von entscheidender Bedeutung, insbesondere in Anbetracht der extrem veränderten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die EU-Regulierung definiert Ziele für Automobilhersteller, die im europäischen Markt (EU27) Personenkraftwagen verkaufen. Das Ziel, den CO2-Ausstoß im europäischen Flottendurchschnitt ab 2012/2015 auf 130 g/km zu reduzieren, soll durch antriebs- und fahrzeugtechnische Maßnahmen erreicht werden; eine Reduktion um weitere 10 g/km soll durch ergänzende Maßnahmen, zum Beispiel Gangwechselanzeige, rollwiderstandsarme Reifen und durch die Verwendung von Biokraftstoffen, erzielt werden.

Risiken ergeben sich aus der Höhe der Strafzahlungen, die maximal 95 € je g/km erreichen können, sobald die Zielverfehlung des Herstellers im Durchschnitt seiner verkauften Flotte 3 g/km überschreitet.

Neben den ab 2012/2015 eingeführten Minderungszielen wird das für 2020 festgelegte Langfristziel von 95 € je g/km wesentliche Auswirkungen auf die Produktvielfalt, die Segmentverteilung und die Ertragslage im europäischen Markt haben. Bemessungsgrundlage ist die Energieeffizienz, die dazu beiträgt, die Vielfalt des europäischen Produktangebots zu erhalten.

Der politische Entscheidungsprozess hat zu weiteren Verbesserungen des Regulierungsvorschlags der europäischen Kommission geführt, insbesondere die Berücksichtigung der Produkt- und Entwicklungszyklen der Automobilindustrie durch ein angemessenes Phase-In zwischen 2012 und 2015. Weiterhin zählen dazu mögliche Gutschriften für innovative Technologien als „Öko-Innovationen“. Durch innovative Maßnahmen wie intelligente Fahrzeug-Kommunikations- und Navigationssysteme ist es möglich, über die fahrzeug- und antriebstechnischen Maßnahmen hinaus, zusätzliche Minderungsbeiträge zu erzielen. Hiermit werden Klimaschutz und Innovationen auf besonders effektive Weise miteinander verknüpft.

Volkswagen wird von diesen Chancen intensiv Gebrauch machen. Der Konzern ist mit seinen führenden Technologien und Produkten auf die künftigen Herausforderungen bestens vorbereitet.

Mit dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm hat die Bundesregierung 2007 ein ambitioniertes Maßnahmenbündel initiiert, um die nationalen und internationalen Klimaschutzziele zu erreichen. Wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Steigerung der Energieeffizienz und der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien. Die bereits jetzt eingeleiteten gesetzlichen Maßnahmen werden vielfältige Auswirkungen auf wichtige Handlungsfelder des Volkswagen Konzerns haben:

Zum 1. Januar 2009 trat das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) in Kraft. Ziel dieses Gesetzes ist es, die nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien zu fördern. Dieses Gesetz kann, je nach Art der Energieversorgungssysteme, Auswirkungen auf die Bauausführung für Industriebauwerke von Volkswagen haben.

Ein Baustein im Integrierten Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung ist die Absicht, ein verbindliches Energiemanagement-System für mittlere und große Betriebe einzuführen. Damit wird das Ziel verbunden, die Effizienzverbesserungspotenziale in der Industrie zu realisieren und die Vereinbarung über Steuerermäßigungen bei der Energie- und Stromsteuer mit der Einführung eines Energiemanagement-Systems zu verknüpfen.

Volkswagen stellt sich aktiv mit verschiedenen Maßnahmen auf die kommenden Herausforderungen bei der Primärenergieverknappung ein. So wird das zentrale Energiemanagement in der Produktion ausgebaut und mit dem Umweltmanagement zusammengeführt, um so die Wirkung der Energieeinsparmaßnahmen in den unterschiedlichen Produktionsbereichen weiter zu verstärken. Außerdem wird die Nutzung von regenerativen Energiequellen weltweit vorangetrieben.

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