Produktion

FAHRZEUGPRODUKTIONSSTANDORTE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
Anteil an der Gesamtproduktion 2008 in Prozent
Fahrzeugproduktionsstandorte des Volkswagen Konzerns – Anteil an der Gesamtproduktion 2008 in Prozent (Landkarte)

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Volkswagen Konzern die Zahl seiner Fertigungsstandorte erweitert und zahlreiche Neuanläufe gemeistert. Angesichts der angespannten Marktsituation sind dennoch Produktivitätssteigerungen nötig. Die weltweite Implementierung und Weiterentwicklung des Volkswagen Produktionssystems mit einheitlichen Methoden und Standards für alle Marken und Standorte des Volkswagen Konzerns wird diesen Fortschritt vorantreiben.

Zahlreiche Neuanläufe im Jahr 2008

Infolge unserer Modelloffensive war das Jahr 2008 durch eine Vielzahl von Neuanläufen in der Produktion geprägt. Zu den wichtigsten Neuheiten der Marke Volkswagen Pkw zählten der Passat CC, der Gol, der Scirocco, der Routan und das wichtigste Volumenmodell im Konzern, der neue Golf. Für die Marke Audi waren das Audi A3 Cabriolet, der Audi A4 Avant und der Audi Q5 die wesentlichen Neuanläufe. Die Marke SEAT startete die Produktion des neuen Ibiza, des Ibiza Sportcoupés und des Exeo. Škoda brachte den Superb und die Fabia Limousine auf den Weg. Für die Marke Bentley zählte der Fertigungsbeginn des Brooklands zu den bedeutendsten Ereignissen des Jahres.

Produktionsstandorte flexibel nutzen

Der Volkswagen Konzern verfügt – nach der Konsolidierung von Scania – über 61 Produktionsstandorte, die sich auf Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien verteilen. An insgesamt 41 dieser Standorte werden Fahrzeuge gefertigt. Grundsätzlich verfolgen wir vor allem das Ziel, fertigungsgerecht konstruierte Produkte streng wertschöpfungsorientiert in kurzen Durchlaufzeiten herzustellen. Dabei geht es insbesondere um den effizienten Einsatz von Ressourcen. Entscheidende Vorteile im Sinne einer marktgerechten Produktion erzielen wir unter anderem mit dem Drehscheibenkonzept, das eine flexibel auf den Bedarf angepasste Belegung unserer Werke ermöglicht. In Zukunft wird die Fähigkeit, mehrere Modelle auf einer Fertigungslinie zu produzieren, zu einem wichtigen Erfolgskriterium werden.

Die modularen Baukastenkonzepte, die die Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle und -derivate beschleunigen, erlauben den Einsatz gleicher Module und Baugruppen in verschiedenen Fahrzeugen. In Verbindung mit diesen Konzepten erreichen wir die erforderliche Flexibilität, um bei schwankender Nachfrage zeitnah Anpassungen vorzunehmen.

Das Baukastensystem der Marke Scania steht für Wirtschaftlichkeit, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit; außerdem ermöglicht es eine hochflexible Produktion. Ein Lkw wird dabei als eine Kombination aus Fahrerhaus, Motor, Antriebsstrang und Fahrgestell betrachtet. Das Baukastensystem ist in der Lage, mit einer kleinen Zahl unterschiedlicher Komponenten eine große Vielfalt von Modellen herzustellen. Dadurch können die Fahrzeuge den individuellen Kundenwünschen entsprechend ausgestattet werden. Das System orientiert sich an den Kernkompetenzen der Marke und wurde mittlerweile auf alle Fertigungsstandorte ausgedehnt. Damit wurden einheitliche Rahmenbedingungen für die Produktion geschaffen, sodass Fertigungsvolumina flexibel zwischen den Standorten verlagert werden können. Das Baukastensystem ermöglicht darüber hinaus die Einhaltung einheitlicher Umweltstandards an allen Fertigungsstandorten.

Volkswagen Produktionssystem bringt Prozess- und Organisationsvorteile

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation und der zunehmenden Verschärfung des Wettbewerbs wird es für uns immer wichtiger, die Produktivität im gesamten Unternehmen deutlich zu steigern. Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Marken und Werke zu sichern und damit auch den dauerhaften Erhalt von Arbeitsplätzen zu gewährleisten, haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere Produktivität jährlich um 10 % zu steigern. Jeder Mitarbeiter ist aufgefordert, aktiv und engagiert an innovativen Lösungen mitzuarbeiten, konkrete Vorschläge zur optimalen Gestaltung der Arbeitsplätze einzubringen und so zur Zukunftssicherung des Volkswagen Konzerns beizutragen.

Die Betriebsvereinbarung zum Volkswagen-Weg beschreibt den ganzheitlichen Entwicklungsprozess der Marke Volkswagen Pkw, durch den insbesondere die Qualität und Produktivität gesteigert sowie die Zufriedenheit unserer Kunden und Beschäftigten erhöht werden soll. Das Kernelement des Volkswagen-Wegs ist eine durchgängige und konsequente Arbeits- und Prozessorganisation, die wir durch ein konzernweit einheitliches Produktionssystem sowie den kontinuierlichen Verbesserungsprozess erreichen.

Die Entwicklung und Einführung des konzernweit einheitlichen Produktionssystems basiert auf den besten Erkenntnissen und Ergebnissen, die wir im Rahmen von internen und externen Wettbewerbsvergleichen gewonnen haben. Ziel ist es, den Konzern durch eine nachhaltige Orientierung an Prozessketten zu einem noch effizienteren Unternehmen zu formen und im Sinne einer selbstlernenden Organisation auszurichten. Dabei geht es in erster Linie darum, sowohl die Produkte, Arbeitsabläufe und Betriebsmittel als auch die Strukturen – orientiert am jeweils besten Beispiel im Konzern – zu standardisieren und weiterzuentwickeln.

Das Produktionssystem basiert auf der Methode des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP): Mit der Vorgabe, effektiver zu sein als der Wettbewerb, zielt der KVP darauf ab, Verschwendungen dauerhaft zu beseitigen und Arbeitsmethoden zu optimieren. Dabei nutzt dieses Instrument das Erfahrungswissen und die Fähigkeiten aller beteiligten Mitarbeiter, um die Geschäftsabläufe im Sinne der Unternehmensziele ständig zu verbessern. Bei der KVP-Kaskade werden im Verlauf von vier Phasen im direkten und indirekten Bereich die Prozesse optimiert – das gilt in der frühen Projektphase auch für die Produktkonstruktion und die Investitionen. Flächendeckend wurden dazu in den Werken des Konzerns KVP-Workshops durchgeführt und Moderatoren speziell ausgebildet.

Produktionsforschung

Um den Wert und Nutzen unserer Produkte für den Kunden zu steigern und damit auch seine Zufriedenheit, ist es die Aufgabe der produktionstechnischen Forschung und Verfahrensentwicklung, Innovationen hervorzubringen, die prozesssicher, von hoher Qualität und wirtschaftlich herzustellen sind. Beispiele dafür finden sich im Bereich der Elektronik, bei Innovationen zur Verbrauchs- beziehungsweise CO2-Reduzierung oder im Leichtbau.

Zukünftig kommt es bei einem Automobil nicht nur darauf an, dass es wenig Kraftstoff verbraucht; es müssen zudem bereits bei der Produktion verstärkt Energie, Rohstoffe und Emissionen eingespart werden. Zur Bewältigung dieser Herausforderung haben wir in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft das Exzellenzzentrum Automobilproduktion in Chemnitz gegründet. Hier werden zukünftig Wissenschaftler und Ingenieure von Volkswagen und Fraunhofer an innovativen und energieeffizienten Produktionstechnologien und -prozessen forschen, um Wettbewerbsvorteile für den Volkswagen Konzern zu erarbeiten.

Produktionsjubiläen des Jahres 2008

Den Anfang in der Reihe der Jubiläen machte im Januar das SEAT Werk in Martorell, Spanien. Dort wurde am 25. Januar 2008 die Produktion des 16-millionsten Fahrzeugs der Marke SEAT gefeiert. Der Februar 2008 erwies sich im Hinblick auf Produktionsjubiläen als besonders ereignisreich: In der ersten Februarwoche wurde der einmillionste New Beetle in Puebla, Mexiko, gefertigt; in Kassel lief das einmillionste Doppelkupplungsgetriebe vom Band. Das Motorenwerk der AUDI AG in Györ, Ungarn, produzierte den 15-millionsten Motor. Am 7. Mai 2008 wurde in Südafrika der hunderttausendste für den Export bestimmte Golf gefertigt. Im Oktober 2008 baute das Škoda Werk in Mladà Boleslav, Tschechien, das fünfmillionste Fahrzeug seit seiner Konzernzugehörigkeit. Außerdem konnte das Motorenwerk der Volkswagen AG in Salzgitter im November 2008 die Produktion des 45-millionsten Motors feiern.

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