Kraftstoff- und Antriebsstrategie

Mithilfe unserer Kraftstoff- und Antriebsstrategie zeigen wir den Weg zu einer nachhaltigen Mobilität auf und leisten einen Beitrag zur Reduktion des globalen CO2-Ausstoßes. Darüber hinaus senken wir unsere lokalen Stickoxid- und Rußpartikelemissionen und machen uns unabhängiger vom Rohöl.

Unsere strategischen Überlegungen richten sich zum einen auf den Einsatz von regenerativen CO2-neutralen Energieträgern, zum anderen konzentrieren wir uns darauf, die Eigenschaften der konventionellen, aus Erdöl gewonnenen Kraftstoffe zu optimieren und deren Emissionen zu verringern.

Im Rahmen unserer Antriebsstrategie greifen wir mit der TSI-Technologie, einer hochaufgeladenen Benzin-Direkteinspritzung, das Erfolgskonzept des TDI-Motors auf. Im Vergleich zu anderen Einspritzmotoren weisen TSI-Motoren einen um bis zu 20 % geringeren Verbrauch auf, ohne dabei an Fahrdynamik einzubüßen. Das Doppelkupplungsgetriebe DSG ist ein weiteres Beispiel für eine hocheffiziente Antriebstechnik. Es besitzt im Vergleich zu einem herkömmlichen Automatikgetriebe einen deutlich besseren Wirkungsgrad bei rund 15 % geringerem Verbrauch. Unsere Erdgasmodelle, die wahlweise auch mit Benzin betrieben werden können, emittieren im Erdgasbetrieb bis zu 25 % weniger CO2 und vermeiden nahezu vollständig den Ausstoß von Schwefeldioxid, Ruß und anderen Partikeln. Nach Touran EcoFuel* und Caddy EcoFuel* haben wir 2008 mit dem Passat TSI EcoFuel den ersten für den Gasbetrieb konfektionierten Turbo-Direkteinspritzer präsentiert.

Mittelfristig steht neben den Otto- und Dieselmotoren die Hybridtechnologie im Mittelpunkt unserer Antriebsstrategie. Um den Hybridantrieb in zukünftigen Serienprodukten umzusetzen, haben wir strategische Partnerschaften geschlossen.

ENGAGEMENT DES VOLKSWAGEN KONZERNS ZUR SENKUNG DES FLOTTENVERBRAUCHS
Engagement des Volkswagen Konzerns zur Senkung des Flottenverbrauchs (Grafik)

In der Motorenentwicklung gleichen sich Otto- und Dieselmotor immer weiter an. Nach der Einführung der Direkteinspritzung beim Ottomotor, die einen Meilenstein in der Motorenentwicklung darstellte, verdeutlichen weitere Stufen der Entwicklung von Brennverfahren, dass sich beide Technologien zunehmend annähern. Beim Dieselmotor versucht man die Gemischbildung analog zum Ottomotor zu homogenisieren. Dagegen wird beim Ottomotor versucht, die Zündkerze mittels einer homogenen Kompressionszündung zumindest in gewissen Teilen des Kennfeldes überflüssig zu machen. Bei Volkswagen wurde hierzu ein neues Brennverfahren auf Basis der heutigen Dieselmotoren entwickelt. Es ermöglicht die Reduktion von limitierten Schadstoffen wie Stickoxiden und Rußpartikeln bei einer gleichzeitig deutlich höheren Effizienz und damit einem geringeren Kraftstoffverbrauch.

Langfristig liegt unser Hauptaugenmerk bei der Antriebsstrategie auf dem emissionsfreien Elektroantrieb. Ihm messen wir für die Zukunft der Automobilität die größte Bedeutung bei. Elektrofahrzeuge weisen in Bezug auf die Energiebilanz die besten Werte auf. Sie erfüllen aber aufgrund ihrer geringen Reichweite bislang nicht die Kundenwünsche. Der heutige Stand der Speichertechnologie erlaubt lediglich die Überwindung einer Distanz von maximal 100 km. Eine reine Elektrotraktion wird deshalb erst mit wesentlichen Fortschritten in der Grundlagenforschung der Batteriespeichertechnik möglich sein. Wir haben zu diesem Zweck im Geschäftsjahr 2008 die Zusammenarbeit mit Batterieherstellern intensiviert. Mit dem Golf twinDRIVE, der an dem von der Bundesregierung initiierten „Flottenversuch Elektromobilität“ teilnimmt, haben wir im vergangenen Jahr eine Möglichkeit der alltagstauglichen und emissionsfreien Mobilität vorgestellt. Neben innovativen Konzepten für Plug-In-Hybride wie dem twinDRIVE widmet sich Volkswagen auch Konzepten der Energieversorgung für die aufkommende Elektromobilität, die auf nachhaltig erzeugtem Strom basieren.

Ein Schwerpunkt unserer Kraftstoffstrategie ist die Erforschung der biogenen Kraftstoffe. Den biogenen Kraftstoffen der zweiten Generation, die wir unter dem Namen „SunFuel“ zusammenfassen, kommt dabei die größte Bedeutung zu. Sie besitzen in puncto CO2-Reduktion ein großes Potenzial, stehen in ihrer Herstellung nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und sind mit der vorhandenen Infrastruktur kompatibel. SunEthanol, ein für Ottomotoren optimierter Kraftstoff dieser Art, wird beispielsweise mittels eines biochemischen Prozesses der Firma IOGEN aus Stroh gewonnen. Der entsprechende synthetische Kraftstoff für Dieselmotoren, SunDiesel, kann aus unterschiedlichen Primärenergien, wie Biomasse oder biogenen Reststoffen, hergestellt werden. Qualität und chemischer Aufbau des Endprodukts sind dabei von der Beschaffenheit der eingesetzten Primärenergie unabhängig. Sowohl die heutigen als auch die zukünftigen Verbrennungsmotoren können synthetische Kraftstoffe nutzen. Außerdem kann SunFuel im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen auch leichter auf die Ansprüche einer weiterentwickelten Motorentechnik abgestimmt werden. Aufgrund seiner stofflichen Reinheit und seiner gestaltbaren Eigenschaften bietet es erhebliches Potenzial für eine weitere Reduzierung der Schadstoffemissionen. Darüber hinaus kann es optimal auf neue Brennverfahren abgestimmt werden, wodurch sich weitere Vorteile hinsichtlich Verbrauch und Abgasemissionen ergeben.

Wir rechnen langfristig damit, dass die Bedeutung lokal emissionsfreier Mobilität zunehmen wird. Dies kann zum Beispiel in Form von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen oder Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb geschehen. Gegenwärtig sind Fahrzeuge mit einer wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle die einzige Möglichkeit, eine emissionsfreie Mobilität über eine akzeptable Reichweite zu erreichen. Unsere Forschung hat eine in dieser Form einzigartige Hochtemperatur-Brennstoffzelle entwickelt, die dank des Einsatzes von Elektroden, die eine höhere Betriebstemperatur für Brennstoffzellen zulassen, effizienter, kleiner und auch preiswerter ist als bisher bekannte Brennstoffzellen.

*Verbrauchs- und Emissionsangaben finden Sie hier.

WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA ELEKTROMOBILITÄT
Mit Spannung erwartet

 

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