In der Fremde zu Hause

Der Volkswagen Konzern ist einer der internationalsten Autobauer der Welt. Mit dem 2006 aufgelegten Personal-Entwicklungsprogramm „Wanderjahre“ ebnet Volkswagen qualifiziertem Nachwuchs früh den Weg in die internationale Arbeitswelt des Konzerns. Für die jungen Menschen ist die Teilnahme an dem Programm eine Erfahrung, die die persönliche und fachliche Weiterentwicklung maßgeblich beeinflusst.
Sarah Ratajczak, 24, Wanderer bei Autoeuropa in Portugal für zwölf Monate (Foto)

Sarah Ratajczak liebt den portugiesischen Espresso. Bis zu fünf Tassen am Tag hat sie bis vor Kurzem noch davon getrunken. „Aber das habe ich mir glücklicherweise schon wieder abgewöhnt“, erzählt die 24-Jährige. „Denn er ist zwar unglaublich lecker, aber die Menge ist auf Dauer natürlich nicht so gesund.“ Der kleine Schwarze ist nicht das Einzige, was die Bürokauffrau in den vergangenen Monaten in ihrer neuen Heimat Portugal ins Herz geschlossen hat. Durch die schmalen Altstadtgassen von Lissabon zu schlendern oder nach der Arbeit an den Strand fahren zu können – das alles wird Ratajczak vermissen, wenn sie wieder nach Wolfsburg zurückkehrt. Aber bis dahin liegen noch einige arbeitsreiche Wochen vor ihr. Seit Februar vergangenen Jahres lebt Ratajczak in Palmela, rund 30 Autominuten von Lissabon entfernt, und arbeitet bei der Volkswagen Tochtergesellschaft Autoeuropa. Der Auslandsaufenthalt wird ihr durch das Programm „Wanderjahre“ ermöglicht, das Volkswagen seit zwei Jahren anbietet. Sie ist eine von 102 jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dank des Programms Erfahrungen im Ausland sammeln können.

„Erst hier habe ich wirklich gemerkt, dass Volkswagen eine große internationale Familie ist.“ Sarah Ratajczak, Lissabon (Zitat)

Teilnehmen können Mitarbeiter während der ersten fünf Jahre, nachdem sie bei Volkswagen eine Berufsausbildung oder das sogenannte Studium im Praxisverbund, eine Ausbildung gekoppelt mit einem Studium, abgeschlossen haben. Die „Wanderschaft“ dauert zwischen 6 und 18 Monate, die meisten Teilnehmer bleiben für ein Jahr bei ihrer Gastgesellschaft. Zurzeit können „Wanderer“ wie Ratajczak zu Autoeuropa in Portugal oder zu Bentley in Großbritannien, Škoda in Tschechien, SEAT in Spanien, Volkswagen de Mexico, Volkswagen of South Africa und zur Volkswagen Group China gehen. In diesem Jahr kommen mit Volkswagen do Brasil und der Volkswagen Group Australia zwei weitere Wanderziele hinzu. „In einer Zeit der globalen Veränderungen brauchen wir Mitarbeiter, die über den Tellerrand schauen, die flexibel und bereit sind, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Sie werden Teil der Spitzenmannschaft, die wir für unsere Zukunft brauchen“, so Dr. Horst Neumann, Personalvorstand der Volkswagen AG.

Ratajczak hat sich für den Standort Portugal beworben, weil sie neben Englisch eine weitere Fremdsprache lernen wollte. Dabei hilft ihr auch ein Sprachkurs vor Ort, der allen Wanderern von Volkswagen während ihres Auslandsaufenthalts ermöglicht wird. „Erst hier habe ich wirklich gemerkt, dass Volkswagen eine große internationale Familie ist. Wer die Chance bekommt, das zu erleben, sollte sie auf jeden Fall ergreifen“, resümiert Ratajczak. Nur auf eine typisch portugiesische Erfahrung möchte sie sich nicht einlassen: Schnecken zum Feierabendbier.

„Ich habe fachlich sehr viel dazu gelernt. Erfahrungen auszutauschen ist wohl der beste Weg, um voneinander zu lernen.“ Andreas Bastos, Braunschweig (Zitat)

INTERNATIONAL DENKEN UND HANDELN
Das wiederum kann Andreas Bastos nicht verstehen: „Bier und Schnecken – das ist wirklich ein leckerer Snack.“ Er muss es wissen: Der 24-Jährige ist Portugiese und wie Ratajczak auf Wanderschaft. Denn seit 2008 können auch junge Wanderer aus Auslandsgesellschaften Erfahrung in Deutschland sammeln. Bastos lernt auf diesem Weg Volkswagen in Braunschweig kennen – kulinarische Entdeckungen inklusive: „Inzwischen esse ich aber weniger Currywurst, damit habe ich es wohl am Anfang etwas übertrieben“, erzählt er. Bastos hatte bereits als Kind in Deutschland gelebt und konnte die Sprache deshalb schon sehr gut, bevor er nach Braunschweig kam. Als Industrie-Ingenieur arbeitet Bastos im Bereich Produktionssysteme und sorgt zusammen mit seinen Kollegen dafür, dass die Arbeitsabläufe optimiert werden. „Ich habe fachlich sehr viel dazugelernt. Zu sehen, wie anderswo Probleme gelöst werden, wird mir nach meiner Rückkehr sicherlich von großem Nutzen sein“, sagt Bastos und ergänzt: „Erfahrungen auszutauschen ist wohl der beste Weg, um voneinander zu lernen.“

Andreas Bastos, 24, Wanderer aus Portugal im Werk Braunschweig für zwölf Monate (Foto)

Genau das entspricht auch dem Ziel der Wanderjahre: Die Teilnehmer sollen neue Arbeitspraktiken und andere Länder kennenlernen, sich fachlich und persönlich weiterentwickeln und die internationale Vernetzung des Unternehmens fördern. „Beide Seiten profitieren von diesem Qualifizierungsprogramm“, betont Neumann. „Für die Berufseinsteiger sind die Wanderjahre eine attraktive Entwicklungsmöglichkeit, und das Unternehmen gewinnt und bindet so Mitarbeiter, die international erfahren, weltoffen und motiviert sind.“ Diese mobilen Mitarbeiter leisten einen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des internationalen Konzerns durch einheitliche Produktions- und Organisationsstandards sowie zum Aufbau standort- und länderübergreifender Netzwerke.

Internationalität ist Alltag im Volkswagen Konzern (Grafik)

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INTERNATIONALITÄT IST ALLTAG IM VOLKSWAGEN KONZERN.

Der Volkswagen Konzern ist ein Unternehmen, das wie kaum ein anderes für Internationalität steht. In 15 Ländern Europas und in sechs Ländern Amerikas, Asiens und Afrikas betreibt der Volkswagen Konzern 61 Fertigungsstätten. Seine Fahrzeuge bietet das Unternehmen in mehr als 150 Ländern an. Knapp 370.000 Beschäftigte produzieren an jedem Arbeitstag um die 25.400 Fahrzeuge oder sind mit fahrzeugbezogenen Dienstleistungen befasst.

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