Von der Vision zur Wirklichkeit

Um die Entwicklungszeit des neuen Superb möglichst kurz und die Kosten niedrig zu halten, setzten die Škoda Ingenieure im tschechischen Cesana konsequent auf virtuelle Konzepte der Fahrzeugentwicklung. Dabei sind zwei Faktoren entscheidend: Ein frühzeitiger Informationsaustausch – und die realitätsnahe Computersimulation des Automobils, lange bevor der erste Prototyp entsteht.
Virtuelle realitätsnahe Simulation im tschechischen Entwicklungszentrum Cesana (Grafik)

Wer verstehen will, wie Škoda beim neuen Superb markantes Design und einzigartige Technik miteinander verbindet, der sollte sich die Heckklappe der Limousine genauer anschauen. Neben dem großen Firmenlogo, das selbstbewusst in deren Zentrum prangt, sind es vor allem die zweiteiligen Rückleuchten, die den Blick des Betrachters auf sich ziehen. Sie verlängern die Heckklappe optisch seitwärts in die Kotflügel hinein und bilden als Lichtquelle bei Dunkelheit die Form eines „C“ – das typische Nachtdesign von Škoda. Wer die Heckklappe anschließend öffnet, dem offenbart sich sogar eine echte Weltneuheit: Denn die „TwinDoor “ kann entweder als kleine Kofferraumklappe geöffnet werden oder als große Heckklappe. „Beim neuen Superb ist erkennbar, dass wir eine völlig neue Auffassung von einer Limousine vertreten“, schwärmt Eckhard Scholz, Vorstandsmitglied für die Technische Entwicklung bei Škoda. „Dank des TwinDoor-Konzepts verknüpft der Superb überlegene Alltagstauglichkeit mit viel Eleganz.“

DER SUPERB NIMMT VIRTUELLE GESTALT AN
Die TwinDoor ist das Aushängeschild des neuen Superb. Aber das Flaggschiff der Škoda Flotte wartet noch mit weiteren technischen Neuerungen auf: So sorgt das neue Scheinwerfersystem „Adaptive Front Light“ für mehr Sicherheit bei schnellen Nachtfahrten, weil der Fahrer den Lichtkegel zur besseren Ausleuchtung des Fahrbahnrands erweitern kann. Außerdem setzen die Motoren, die für den aktuellen Superb zur Auswahl stehen, neue Maßstäbe in puncto Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß. Da sich aber selbst die innovativste Technik nur dann lohnt, wenn sie rechtzeitig und unter den passenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsteht, ließen sich die Škoda Ingenieure während der Geburtsstunde des neuen Superb erstmals vom Frontloading-Konzept inspirieren. Beim Frontloading werden Funktion, Betriebsverhalten, technische und sonstige Eigenschaften des Fahrzeugs sehr früh im Entwicklungsprozess mithilfe von digitalen Modellen umgesetzt, ohne dass zunächst Tests mit Prototypen durchgeführt werden müssen. Mit den Simulationen werden wichtige Produktentscheidungen kostenschonend durch virtuelle Versuche abgesichert. „Wir konnten dadurch den gesamten Entwicklungsprozess des Fahrzeugs verkürzen und selbstverständlich auch die Kosten senken“, erklärt Karel Švábek, Leiter der zuständigen Technikabteilung TF.

Karel Švábek, Leiter Technikabteilung TF und Roman Havelka, Projektleiter Superb (Foto)

ARBEITEN HAND IN HAND (V.L.): Karel Švábek, Leiter Technikabteilung TF, und Roman Havelka, Projektleiter Superb.

„Wir überprüfen während der Entwicklung Tausende Parameter bis die finale Form des Modells entsteht.

ENTSCHEIDEND IST INTENSIVE KOMMUNIKATION
Weil das tschechische Entwicklungszentrum in Zukunft wichtige Aufgaben innerhalb des Volkswagen Konzerns übernehmen soll, wurde es erheblich erweitert. Insgesamt 45 Millionen Euro investierte Škoda, um etwa die Labors für Fahrzeugelektronik-, Fahrgestell- und Triebwerkentwicklung mit modernstem Equipment auszustatten und die Fläche für die Mitarbeiter um 70 % zu erweitern. Weil die Entwicklungszyklen immer kürzer werden, hat Škoda beim neuen Superb damit begonnen, die Prozesse so zu straffen, dass unnötige Umwege und Schleifen in der Entwicklung vermieden werden. Beispielsweise gilt es beim Frontloading, möglichst viele und detaillierte Informationen schon in der Frühphase der Fahrzeugentwicklung zu sammeln und auszuwerten. „In der Praxis bedeutet das“, betont Švábek, „dass wir schon ganz am Anfang des Entwicklungsprozesses in der Lage sind, die einzelnen Ausstattungsziele, die wir mit dem neuen Fahrzeug erreichen wollen, genau zu definieren und ihre Erreichbarkeit kontinuierlich zu überprüfen.“

Allerdings ist ein erfolgreiches Frontloading kein Selbstläufer. Die erste Voraussetzung, die erfüllt sein muss, damit es die gewünschten Ergebnisse erzielt, ist der frühzeitige und intensive Informationsaustausch zwischen allen Abteilungen, die für Entwicklung, Design, Marketing und Markenstrategie zuständig sind. Gemeinsam müssen sie ihre Anforderungen an die optische und technische Ausstattung eines neuen Modells kontinuierlich bewerten und in Übereinstimmung bringen. Darüber hinaus spielen produktionstechnische Fragen eine wichtige Rolle: Wie aufwendig darf die Fertigung eines Fahrzeugs eigentlich sein? Und wie lange wird sie dauern? Sowohl der Gedanken- als auch der Datenaustausch wird dank der modernen Informationstechnologie beschleunigt. Diese stellt ausgereifte Methoden und leistungsfähige Rechner bereit, um komplexeste Geometrien, Luftströmungen oder Aufprallszenarien zu berechnen und bildlich darzustellen; sie ermöglicht damit frühzeitig virtuelle Einblicke in spätere Realitäten. Und zwar so schnell, dass die Suche nach optimalen Formen und Kombinationen nicht mehr an der Vielzahl der Eingangsdaten scheitert. „Wir überprüfen während der Entwicklung Hunderte und Tausende von Parametern“, schildert Švábek die tägliche Arbeit, „bis die finale Form des Modells und dann der erste echte Prototyp entsteht.“

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