Eine Frage der Balance

Volkswagen ist seit über 30 Jahren in China aktiv. 2008 konnte der Konzern dort erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen. Damit ist und bleibt die Volksrepublik ein Kern- und Wachstumsmarkt für den Volkswagen Konzern. Der Schutz der Umwelt ist für die stark wachsende chinesische Volkswirtschaft eine zentrale Herausforderung. Eine Herausforderung, die auch der größte Autobauer im Land sehr bewusst annimmt.
Volksrepublik China: Ein Kern- und Wachstumsmarkt für den Volkswagen Konzern. (Foto)

Ein Meer von uniformierten Arbeitern, die auf ihren Fahrrädern zur Arbeit fahren, die roten Fahnen des kommunistischen Chinas und Maos Konterfei im Hintergrund. In den Köpfen der westlichen Welt war dies über Jahrzehnte hinweg das Bild von China. Drei Jahrzehnte des Wandels und der wirtschaftlichen Reformen haben das bevölkerungsreichste Land der Erde verändert. Und es gibt wohl kein stärkeres Symbol für den neuen Wohlstand als das eigene Auto. Die Bedeutung des Autos für Chinas Selbstverständnis von Fortschritt lässt sich kaum überbewerten.

„Wir werden die neueste Motoren- und Getriebegeneration aus Europa in China einführen.“ Dr. Winfried Vahland, Präsident und CEO der Volkswagen Group China (VGC) (Zitat)

ENORMER NACHHOLBEDARF IM BEREICH MOBILITÄT
In den vergangenen 30 Jahren des Wandels hat Volkswagen viel dazu beigetragen, dass China mobil wird – von den ersten Tagen des heute legendären Santana bis hin zum zuletzt gelaunchten New Bora. Allerdings hat der zunehmende Wohlstand auch seinen Tribut gefordert: Viele chinesische Städte kämpfen mit Verkehrsproblemen und starker Luftverschmutzung. Die Volkswagen Group China (VGC) misst ihren Erfolg im Land deshalb auch an der Umweltverträglichkeit ihrer Produkte und Fabriken. Das Ziel: Bis 2010 soll Volkswagen der umweltfreundlichste Autohersteller des Landes sein. „Umweltschutz ist eine globale Aufgabe. China hat die USA als größten Automarkt der Welt abgelöst. Deshalb müssen wir als Marktführer Verantwortung übernehmen und die Vereinbarkeit von Wachstum und Umweltschutz auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus vorantreiben“, sagt Dr. Winfried Vahland, Präsident und CEO der Volkswagen Group China.

China bleibt langfristig einer der wachstumsstärksten Automobilmärkte. (Foto)

China bleibt langfristig einer der wachstumsstärksten Automobilmärkte.

Die Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen der Volksrepublik wuchs in den vergangenen Jahren rasant um durchschnittlich 6 % pro Jahr. Dieser Trend wurde noch dadurch verstärkt, dass die Regierung individuelle Mobilität zum Maßstab für Wachstum und Wohlstand erklärt hat. Die Autoindustrie gilt als Schlüsselbranche für das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft, und Volkswagen hat daran erheblichen Anteil: Im Jahr 2008 hatte der Konzern in China und Hongkong einen Marktanteil von rund 19 %. Vor allem Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und Škoda sind in China beliebt, aber auch die Oberklassemarken Bentley und Lamborghini finden im wachsenden Luxussegment ihre Käufer. Dabei arbeitet Volkswagen seit dem Markteintritt auf allen Produktionsebenen eng mit lokalen Joint-Venture-Partnern zusammen. Manche Modelle, die in China vom Band laufen, unterscheiden sich kaum von den westlichen, beispielsweise der Volkswagen Jetta oder der Golf. Andere, wie der Lavida oder der New Bora, sind speziell für China entwickelt worden. Der chinesische Automobilmarkt ist inzwischen heiß umkämpft: Alle internationalen Tophersteller sind mit Joint Ventures vertreten, insgesamt tummeln sich hier rund 80 Marken. Dennoch trägt China nach wie vor wesentlich zu den Gesamtverkäufen des Volkswagen Konzerns bei. Im Gesamtjahr 2008 verkauften die VGC und ihre Partner 1,02 Millionen Fahrzeuge im Land, ein Plus von 12,5 %. Damit konnte die Volkswagen Group China erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte die Eine-Million-Marke übertreffen.

So schwindelerregend die Zahlen auch sind, Volkswagen hat einen kühlen Kopf bewahrt. Das Unternehmen übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und ist Vorreiter, wenn es darum geht, eine langfristig tragfähige Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Aspekten zu finden. Denn die rasante Expansion der chinesischen Wirtschaft und die wachsende Mobilität haben ihren Preis gefordert. Die Regierung selbst beziffert die Kosten der Umweltschäden auf 200 Milliarden US-Dollar jährlich. Das Festhalten an Kohle als Energielieferant ist sicherlich ein Hauptverursacher der Umweltbelastungen, aber auch der stark gewachsene Autoverkehr hat dazu beigetragen. Ein Grund, warum die Regierung im Vorfeld der Olympischen Spiele im August 2008 für die Dauer der Spiele 1,3 der insgesamt drei Millionen Autos von den Straßen Pekings verbannte.

Alle Produktionsstandorte des Volkswagen Konzerns sind nach dem internationalen Umweltmanagementstandard ISO 14001 zertifiziert. (Foto)

Alle Produktionsstandorte des Volkswagen Konzerns sind nach dem internationalen Umweltmanagementstandard ISO 14001 zertifiziert.

VIELE AKTIVITÄTEN FÜR DIE UMWELT IN CHINA
Volkswagen und China können heute auf eine lange Tradition der Partnerschaft zurückblicken. Mit den Reformen Deng Xiaopings öffnete sich das Land der Welt und damit auch ausländischen Firmen, die seitdem zum kontinuierlich fortschreitenden Wirtschaftsboom beigetragen haben. Fotografien, die Bundeskanzler Helmut Kohl Anfang der Achtziger bei der Unterzeichnung eines ersten Abkommens zeigen, erinnern an diese Anfänge, aus denen weitreichende Wirtschaftsbeziehungen werden sollten. Denn um das Wachstum weiter voranzutreiben, brauchte China Kompetenzen von außen. Seit dem Debüt von Shanghai Volkswagen vor einem Vierteljahrhundert im Jahr 1984 hat Volkswagen 6,8 Milliarden Euro in die Automobilindustrie in China investiert. Das entspricht einem Fünftel aller Investitionen in diese Branche. Das zweite große Joint Venture, FAW-Volkswagen, wurde sechs Jahre später in Changchun im Norden Chinas aufgebaut. Seitdem gab es eine Reihe weiterer Kooperationen mit den Partnern, auch mit Motoren- und Getriebeherstellern sowie Herstellern von Antriebskomponenten. Die Volkswagen Standorte in China stehen im Mittelpunkt der Bestrebungen, die Produktion nachhaltiger zu gestalten.


–20 %

CO2-AUSSTOSS VON NEUFAHRZEUGEN BIS 2010


EINHEITLICHE UMWELTSCHUTZ-STANDARDS
Grundlage, um Chinas umweltfreundlichster Autobauer zu werden, ist die Einhaltung der Umweltschutzgesetze. Darüber hinaus verpflichtete sich die Volkswagen Group China im Frühjahr 2007, Kraftstoffverbrauch und Emissionen der im Land produzierten Flotte bis zum Jahr 2010 um mehr als 20 % im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Um diese ehrgeizigen Ziele umzusetzen, startete Volkswagen-FAW Engine Dalian Ltd. im Jahr 2007 die Produktion der neuesten TSI-Motorenserie in der ostchinesischen Stadt Dalian. Volkswagen Group China will bis zum Jahr 2011 rund 1,5 Milliarden Renminbi (RMB) in der Region investieren und so die Produktionskapazität auf rund 300.000 direkteinspritzende Benzinmotoren pro Jahr hochschrauben. „Zusammen mit unseren Partnern haben wir beschlossen, die neueste Motoren- und Getriebegeneration aus Europa in China einzuführen“, sagt Vahland. Damit erfüllt Volkswagen die Regierungsvorschriften für Kraftstoffe, nach denen Servicestationen Benzin und Diesel bereitstellen müssen, die dem Euro-4-Standard entsprechen. Pekings Ministerium für Umweltschutz verspricht sich von den veränderten Vorschriften eine Drosselung der Schwefeldioxid-Emissionen, die für 1.840 Tonnen sauren Regen pro Jahr verantwortlich sind.

Der Volkswagen Konzern betreibt Produktionsanlagen in sieben verschiedenen Städten (Grafik)

Der Volkswagen Konzern betreibt Produktionsanlagen in sieben verschiedenen Städten.

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