Keine halben Sachen

Seit Juli 2008 – dem Zeitpunkt der offiziellen Übernahme der Stimmrechtsmehrheit – gehört der schwedische Lkw- und Bushersteller Scania zum Volkswagen Konzern. Die Partnerschaft der beiden Unternehmen besteht allerdings schon wesentlich länger: seit 1948, als der Generalimporteur Scania-Vabis die ersten vier VW-Käfer nach Schweden einführte. Damals wie heute verband den Volkswagen Konzern und seine jetzt neunte Marke der Anspruch, technologisch führende Fahrzeuge für ihre Kunden zu entwickeln – Fahrzeuge, die auch in Sachen Umweltverträglichkeit Vorreiter sind.
Scania LKW (Foto)

Scania gilt seit vielen Jahren als profitabelste Premiummarke im Nutzfahrzeuggeschäft. Mit einem breiten Angebot an Lkw ab 16 Tonnen sowie großen Linien- und Reisebussen erweitert und ergänzt die schwedische Industrie-Ikone die Fahrzeugpalette des Volkswagen Konzerns im Segment schwerer Nutzfahrzeuge. Aber auch im Markt mit leistungsstarken Einbau- und Marinemotoren für Schiffe, Kraftwerke und andere industrielle Anwendungen ist Scania aktiv. Neben dem Hauptabsatzmarkt Westeuropa, auf den mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt, gehen die Produkte des skandinavischen Technologieführers auf Märkte in der ganzen Welt – nach Mittel- und Osteuropa, Asien, Australien und Südamerika.

Vorreiter ist Scania insbesondere in der Entwicklung schwerer Fahrzeuge und Motoren, die die Umwelt und die natürlichen Ressourcen schonen: Schon seit 2007 erfüllen alle Scania Modelle die strengen Anforderungen der EU-Abgasnorm Euro 5 für neu zugelassene Lkw und Busse, die im Oktober 2009 in Kraft tritt. Erreicht haben die Ingenieure im Forschungs- und Kompetenzzentrum von Scania in Södertälje bei Stockholm dies auf ihre eigene, ganz spezielle Art: nicht durch einzelne Entwicklungssprünge, sondern durch die kontinuierliche Verbesserung aller Kompetenzen, die einen Scania zum idealen Fahrzeug für den lokalen Verteilerbetrieb, zum verlässlichen Fernverkehrs-Lkw oder zum robusten Arbeitstier für härteste Einsätze in unwegsamem Gelände machen.

DER KUNDE STEHT IM MITTELPUNKT
Diese konsequente Ausrichtung auf ihre spezifischen Bedürfnisse ist es, die Scania Kunden so schätzen. Sie hat den schwedischen Hersteller zu der Lkw-Marke gemacht, der Fuhrunternehmer und Fahrer weltweit vertrauen. Die Basis dieses Erfolgs sieht Hasse Johansson, Executive Vice President Research and Development, in einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip begründet: „Unser Anspruch ist, in allen Bereichen immer ein wenig besser zu sein als der Wettbewerb. Bei Kundennähe, Effizienz und Nachhaltigkeit gibt es bei uns keine halben Sachen.“

Auf diese Weise gelingen den Forschern und Entwicklern am Stammsitz Södertälje immer wieder technologische Durchbrüche – wie die Entwicklung der neuen Motorenplattform mit Abgasrückführung (Exhaust Gas Recirculation, EGR). Die EGR-Motoren führen ihre eigenen Abgase abgekühlt und mit Einlassluft gemischt in die Brennkammern zurück – und erreichen damit eine exakt kalkulierte Absenkung der Verbrennungstemperatur. Dadurch reduziert sich der Ausstoß von Stickoxiden; Feinstaubemissionen werden mithilfe von Scania XPI (Extra High-Pressure Injection) stark verringert, einem Common-Rail-Einspritzsystem mit den höchsten Einspritzdrücken, die es auf dem Markt gibt. Die Reihenmotoren im Leistungsbereich zwischen 230 und 480 PS erfüllen damit problemlos die Abgaswerte der Euro-5-Norm. Kein anderer Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge hat Euro 5 bisher ohne Abgasnachbehandlung bewältigen können. Bei seinen leistungsstärkeren Motoren arbeitet Scania auch mit der SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction), bei der den Abgasen vor dem Katalysator ein Additiv injiziert wird. Scania erforscht und entwickelt sowohl die EGR- als auch die SCR-Technologie weiter, da sie für Scania die Möglichkeit eröffnen, die künftige, noch strengere Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen.

„Die Transportbranche ist ein Teil der weltweiten Umweltproblematik. Aber wir leisten einen wesentlichen Beitrag zu deren Lösung.“ Hasse Johansson, Executive Vice President Research and Development (Zitat)

Scania ist weltweit der einzige Hersteller von schweren Nutzfahrzeugen, dessen Fahrzeuge mit Ethanol betrieben werden können. In Schweden sind Fahrzeuge mit Ethanolantrieb bereits seit 20 Jahren sehr beliebt: Die meisten Busse, die in der Hauptstadt Stockholm im öffentlichen Personenverkehr fahren, sind Ethanolbusse von Scania. Auch bei den Pkw auf schwedischen Straßen ist dieser alternative Kraftstoff weitverbreitet.

VORREITER BEI DER ETHANOLTECHNOLOGIE
Abhängig vom jeweiligen Produktionsverfahren, lassen sich mit Biokraftstoffen wie Ethanol die fossilen CO2-Emissionen um bis zu 90 % senken. Scania ist der einzige Anbieter von Ethanolmotoren in schweren Nutzfahrzeugen und der einzige, der die bei Stadtbussen bewährte Diesel-Ethanol-Technik auf Lkw-Motoren übertragen hat. Damit können künftig auch Lastwagen über 16 Tonnen diesen erneuerbaren Kraftstoff nutzen (siehe Kasten „Grüne Technik für die Städte“). Gleichzeitig arbeiten die Scania Ingenieure an energiesparenden Hybridtechnologien für Lkw und Busse: 2009 wird erstmals eine Flotte von ethanolbetriebenen Stadtbussen mit Hybridtechnik im Linienverkehr der Stockholmer Verkehrsbetriebe eingesetzt. Der Kraftstoffverbrauch soll dank der Energie, die der Bus aus den häufigen Bremsvorgängen im innerstädtischen Verkehr rückgewinnt, noch einmal um mindestens 25 % sinken.

ETHANOLBUSSE UND -LKW:

Grüne Technik für die Städte

Ethanol-Busse und Lkw (Foto)

Der erste schwere Lkw, der von einem abgasarmen Diesel-Ethanol-Motor angetrieben wird, hat 2008 für großes Aufsehen in der Fachwelt gesorgt – und Scania eine Anfragenflut von Kaufinteressenten beschert. Der Motor verbindet die Leistungsfähigkeit der bewährten Dieseltechnologie mit einem bisher unerreichten Grad an Umweltverträglichkeit. Betankt mit hochwertigem Ethanol, stößt der neue Scania Motor um bis zu 90 % weniger CO2 aus als herkömmliche Dieselmotoren.

Die Basistechnik ist zwar für den Lkw-Einsatz neu, aber dennoch bestens erprobt: Schon seit 1989 produziert Scania Stadtbusse mit Ethanolantrieb, die in Schwedens und Norwegens Großstädten ebenso für eine bessere Luftqualität sorgen wie in Italien, Spanien, Polen, Großbritannien, Brasilien, China oder Australien.

Die ersten mit Ethanol betriebenen Busse fahren seit 1989 in Stockholm. Heute sind in Europa mehr als 600 Ethanolbusse von Scania im Einsatz.

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